Der Erste der Schall aufzeichnen und wiedergeben konnte
und damit kommerziellen Erfolg hatte, war
Thomas Alva Edisons Phonograph (1877) ,
da es aber ein rein mechanischer Vorgang war
wollen wir es nur der Ordnung halber erwähnen,
aber aus dieser einen Idee
entstanden viele weitere Erfindungen um Schall aufzuzeichnen.
Aber nun zur Geschichte der magnetischen Tonaufzeichnung:
1896 baute der dänische Ingenieur Valdemar Paulsen
die ersten funktionsfähigen Magnettongeräte.
als Tonträger verwendete er auf Spulen gewickeltes Stahlband,
Stahldraht und sogar beschichtete Stahlplatten
womit er die Grundfunktionen der Festplatte
in heutigen Computern um Jahre vorwegnahm.
in der Praxis konnten sich diese Geräte aber nicht durchsetzen,
weil die Wiedergabelautstärke viel zu gering war.
Geeignete Verstärker kamen in Reichweite,
als 1910 der Österreicher Robert von Lieben
die Verstärkerröhre zur Praxisreife entwickelte.
Ende der 20er Jahre arbeitete der
deutsche Chemiker Curt Stille
an einem Stahlbandgerät als Tongeber für den Tonfilm.
Der in Dresden lebende Österreicher Fritz Pfleumer,
stellte das erste Tonband her
- pulverisiertes Eisen als Tonträger auf einem 16 mm breiten Papierband
und baute das erste Tonbandgerät im heutigen Sinn,
um seine Erfindung zu demonstrieren.
1932 konnte er den Elektrokonzern AEG
für seine Erfindung gewinnen.
Geheimrat Hermann Bücher
von der AEG gewann seinerseits die IG Farben, Werk Ludwigshafen,
die spätere BASF dafür,
die Tonbänder zur Praxisreife zu entwickeln und zu produzieren.
Das gemeinsame Produkt des AEG Versuchslabor unter der Leitung von
Theodor Volk und der BASF - Chemiker
war ein Tonbandgerät mit drei - Motoren - Antrieb, das
"Magnetophon K1" und das " Magnetophonband Typ C."
Damit traten die AEG und die BASF, 1935
auf der deutschen Funkausstellung in Berlin an
die Öffentlichkeit und erweckten sofort großes Interesse
bei den Rundfunkhändlern und bei der damaligen Reichsrundfunkanstalt.
In der Folgezeit ging die Entwicklung weiter,
um die "Magnetton-Technik" Schritt für Schritt zu vervollkommnen.
Als Magnetmaterial wurde das seit 1932 verwendete reine Eisen
(Carbonyleisen)
ab Sommer 1936 durch Eisenoxyd ersetzt.
Ein sehr wichtiger Beitrag,
der eine grundlegende Verbesserung der Schallaufzeichnung brachte,
war die 1940 durch Walter Weber entdeckte
Hochfrequenzvormagnetisierung.
Die neue Technik war weniger für private Verwendung geeignet,
um so mehr für die Rundfunkstudios ,
die zunehmend mit Magnetbandgeräten ausgestattet wurden.
Das Magnetband zeigte sich in
Haltbarkeit, Schneidfähigkeit, Frequenzumfang
und Aufnahmekapazität allen anderen Tonträgern
überlegen und verdrängte diese weitgehend.
Nach dem Krieg brachte AEG 1952 das erste
Heimtonbandgerät auf den Markt.
ein etwa 20 kg schweres Koffergerät mit
eingebautem Verstärker und Lautsprecher,
die Bandgeschwindigkeit betrug 19cm/s.
Damit begann der Siegeszug der Tonbandgeräte.
neben AEG - Telefunken, Philips und Uher
war es vor allem die Firma Grundig,
die zur Verbreitung der Tonbandgeräte beitrug,
sie war um 1955 der weltweit größte Produzent.
Aber auch kleinere Hersteller,
wie Braun, Saba, Nordmende, Graetz
u.a. stiegen in die Produktion ein.
Eigens erwähnt soll auch
die österreichische Firma Stuzzi sein,
die Dank des Erfindungsgeistes seines Besitzers
Ing. Viktor Stuzzi
federführend in Sachen moderner Diktiergeräte
(Erfinder des ersten Taschendiktiergerätes der Welt)
in Magnettontechnik war.
Die Industrie bot eine Fülle von Geräten unterschiedlicher Technik an.
Von schlichten Einmotorengeräten
bis hin zu anspruchsvollen Dreimotorenmaschinen
und für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke:
für Heimgebrauch, als Reportergeräte,
für (semi-) professionellen Gebrauch und als Diktiergeräte.
Als 1962 von Philips die Compact-Kassette
auf den Markt gebracht wurde,
erlosch das Interesse an den doch recht schweren
und kompliziert zu bedienenden Tonbandgeräten sehr schnell.
In der Compact-Kassette und ihren Varianten (z.b. DAT)
hat aber die Tonband-Technik überlebt
und erfreut sich noch immer grosser Beliebtheit.
Die Magnetbandtechnik ist im Tonstudio
bis Mitte der 90-iger Jahre unverzichtbar gewesen
und wird erst jetzt von der Digitaltechnik abgelöst.